Solid State Drives sind gerade groß im kommen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind SSDs deutlich schneller beim Lesen und Schreiben von Daten. Das merkt man besonderes dann, wenn man mit größeren Daten umgeht. ein weiterer wichtiger Grund ist die Tatsache, dass sich in SSDs keine mechanischen Bauteile befinden. Das beudeutet zum einen, dass sie deutlich stoßunempfindlicher sind, zum anderen verbrauchen sie auch weniger Strom, was besonders bei Notebook und Netbooks durchaus sinnvoll ist. Doch was bringt der Einsatz tatsächlich? Wir wollen hier einmal der Sache auf den Grund gehen und haben deshalb eine SSD in ein MacBook Pro gebaut und getestet.
Verwendete Hard- und Software
Als SSD haben wir eine Kingston mit 256 GB genommen, die uns freundlicher weise von Kingston für diesen Test zur Verfügung gestellt wurde Das Testmodell ist die SSDnow 100 V+. Als Rechner haben wir ein MacBook Pro 15″ genommen, mit 4 GB Arbeitsspeicher und einem 2,53 GHz Prozessor. Als Betriebssystem haben wir die aktuelle Developer Preview von Mac OS X 10.7 “Lion” genommen. Die gesamte Software war zu diesem Zeitpunkt auf dem aktuellen Stand.
Die Installation
Die Installation von Mac OS X Lion auf die SSD Platte war schnell, unkompliziert und einfach. Nach wenigen Klicks und einer kurzen Wartepause ist Lion auf dem Rechner installiert und einsatzfähig. Im Vergleich zu einer normales Festplatte verlief die Installation deutlich schneller. Die Installationszeit auf einer Harddrive dauerte spürbar länger (mit SSD 14 Minuten, mit einer HD 23 Minuten). Die zeitlichen Unterschiede werden am besten durch die unten stehenden Diagramme verdeutlicht.
Im Betrieb
Wenn man eine gewisse Zeit mit dem Rechner gearbeitet hat wird man eines deutlich feststellen: Dank der SSD reagieren Programme wesentlich schneller und flüssiger. Natürlich haben wir auch einen Benchmarktest vorgenommen. Als Software haben wir die wohl auf dem Mac gängiste verwendet: Xbench. Die Werte, die sich ergeben, werden im unten zu sehenden Bild gezeigt:
Natürlich sagen die oben gezeigten Werte nich viel, wenn man keine Werte zum Vergleichen hat. Aus diesem Grund haben wir den gleichen Benchmak Test mit einer Samsung 2,5″ Festplatte mit 500 GB (5400 rpm) durchgeführt. Die dabei entstandenen Werte haben wir in einem Diagramm den Werten der SSD verglichen. Das Diagramm zeigt sehr deutlich, dass die SSD um einiges schneller ist und die HD weit hinter sich lässt. Das erstellte Diagramm liest sich wie folgt: Die Y-Achse zeigt die Datenmenge, die gelesen oder geschrieben wird, in MB pro Sekunde. Die X-Achse zeigt die durchgeführte Aktion. Je höher der Balken, desto besser.
Das unten stehende Diagramm zeigt deutlich, wie schnell eine SSD im Vergleich zu einer herkömmlichen Festplatte ist. Dabei sieht man deutlich den Geschwindigkeitsunterschied, wenn man mit großen Daten umgeht, wie es der Fall ist, wenn man das System installiert oder große Images kopiert. Beides haben wir getan und dabei sind folgende Zeiten zu messen:
Mac OS X und die TRIM Funktion

Damit die SSD Platten ihre volle Leistung erbringen können, müssen die zu beschreibenen Zellen leer sein. Wenn die Zellen aber belegt sind, was zum Beispiel der Fall ist, wenn der Benuter eine Datei löscht (es wird ja nicht die Datei, sondern der Verweis zur Datei gelöscht), so muss die Zelle erst gelöscht werden. Dadurch wird der Schreibzugriff erhöht, Praxistests haben gezeigt, dass sich dadurch die Zeit durchaus verdoppeln kann. Um dies zu verhindern, haben neue SSD Platten eine Funktion, die sich Garbage Collection nennt. Diese Funktion ermöglicht es den SSDs sich zu “bereinigen”, also als frei gekennzeichnete Zellen zu leeren. Dadurch wird der Schreibzugriff beschleunigt, da die leer ist, wenn sie beschrieben wird. Dieser Vorgang kann auch mit dem TRIM-Befehl vom Betriebssystem selbt durchgeführt werden. Leider ist es allerdings so, dass das aktuelle Mac OS (10.6.6) diese TRIM-Funktion nicht bietet, das Apple dies nicht implementiert hat. Dies könnte sich allerdings mit Mac OS X 10.7 Lion durchaus ändern.
Fazit
Leider sind aktuelle Solid State Drives noch recht teuer, aber dafür bekommt man auch etwas für sein Geld, denn die Vorteile einer SSD liegen auf der Hand: Sie sind schneller beim lesen und auch schreiben, stoßunempfindlicher als herkömmliche Festplatten, leiser und haben einen geringeren Stromverbrauch. Hinzu kommt, wenn man Glück hat, auch noch eine längere Lebenszeit.
Mit persönlich hat das Arbeiten mit dieser SSD sehr viel Spaß gemacht und ich würde die SSD am liebsten behalten. Sicherlich wird meine nächste Platte eine SSD sein, die Ergebnisse haben mich absolut überzeugt.
Ein ganz herzlicher Dank geht an die Firma Kingston für die zur Verfügung gestellte SSD.


